Patch 7.1: Karazhan – wenn alter Content recycelt wird

Wie mittlerweile sicher viele mitbekommen haben, wurde gestern bei der Eröffnung des Legion Cafés in Köln der erste Patch für World of Warcraft: Legion vorgestellt. Unser aller Chef, Krau, war vor Ort und hat den entsprechenden Trailer mitgefilmt.

Dazu gab es noch weitere Infos zum Patch:

Patch 7.1 – Return to Karazhan

  • Karazhan wird als fünf-Spieler Dungeon zurückkehren – mit allen neun Bossen
  • Das alte Karazhan wird deshalb jedoch nicht verschwinden. Wer das Reittier von Attumen noch immer nicht hat, darf weiterhin Woche für Woche nach Karazhan pilgern
  • Zwischen dem Smaragdgrünen Alptraum und der Nachtfestung wird noch ein kleiner Zwischenraid kommen, der die Geschichte aus Sturmheim vollendet
  • Doch auch ausserhalb der Raids wird es neuen Content geben, die Geschichte in Suramar wird fortgesetzt
  • Patch 7.1 wird auf den PTR aufgespielt, sobald Legion veröffentlicht wurde
  • Die Bosse wurden intern getestet und sind soweit fertig

Game Development

  • Der ursprüngliche Plan Erweiterungen schneller zu veröffentlichen ging nach hinten los – statt mehr Content erhielten wir weniger, wodurch sich die Spielerfahrung verschlechterte
  • Der Fokus liegt nun klar auf einem steten Fluss an Content
  • Oberste Priorität ist es, dem Spieler immer etwas zu tun zu geben
  • Erweiterungen werden deshalb jedoch nicht unfertig veröffentlicht, nur um Zeit zu sparen.rtant.
  • Pro Raid Tier sollten vier bis fünf Monate eingeplant werden
  • Die Höllenfeuerzitadelle soll tatsächlichd er letzte Raid gewesen sein, der über ein Jahr aktiv ist

Große Pläne, die die Entwickler verkündeten, wie diese umgesetzt werden, sehen wir dann am Ende der Erweiterung.

Die meisten Spieler kennen Karazhan noch aus The Burning Crusade. Dort war der 10er-Schlachtzug der perfekte Einstieg für neue und alte Spieler und hatte auch zu späteren Zeiten noch immer einen hohen Wiederspielwert. Besonders auffällig an dieser Ankündigung ist jedoch nicht die Rückkehr nach Karazhan (das war zu erwarten), sondern die fehlenden „Oh mein Gott, Blizzard recycelt alten Cotent, können die nichts neues machen“ Threads in den Foren.

Zugegeben, Blizzard hat eine Neigung dazu, alte Inhalte als neue Inhalte auszugeben – und auf diese werfen wir hier nun einen Blick.

verdammnislord-kazzak

Verdammnislord Kazzak

Kazzak ist das Aushängeschild, wenn es um Contentrecycling geht. Zuerst erschienen ist er in Classic WoW. Er wollte sich aber noch nicht aus der World of Warcraft verabschieden – und kam in The Burning Crusade zurück. Mittlerweile sehen wir die dritte Inkarnation des Bosses (immerhin mit Beförderung: Oberster Verdammnislord Kazzak – wobei unklar ist womit er sich diese Beförderung verdient hat) im Tanaandschungel.

Onyxia

Als Teil einer unendlich langen Questreihe und maßgeblich an den Geschehnissen der Allianz in Classic WoW beteiligt, kehrte Lady Katana Prestor aka Onyxia in Wrath of the Lich King zurück. Wirklich viel gibts dazu nicht zu sagen, die Lebenspunkte, Schaden und Beute wurden angepasst, das wars dann auch schon.

Doch halt, Onyxia hat noch einen dritten Auftritt: Im Pechschwingenabstieg treffen wir ein weiteres mal auf die Drachendame – dieses mal jedoch in einer eher untoten Version. Nefarian hat sein Schwesterchen wiederbelebt, woraufhin wir direkt beiden den Gar aus machen.

Nefarian

Nefarian

Auch eben angesprochener Lord Victor Nefarius hat sein Azeroth-Comeback schon gefeiert. Erst im Pechschwingenhort als mega nerviger Boss mit dem längsten Respawntimer aller Zeiten, dann im oben erwähnten Pechschwingenabstieg als arroganter Endboss, der uns während des gesamten Raids unterhielt/auf die Nüsse ging.

Ragnaros

Ragnaros

Doch Nefarian ist nicht der einzige Classic-WoW Endboss, auf den wir wieder treffen. Ragnaros, der Feuerlord, lud uns in Cataclysm in seine Heimat, die Feuerlande ein. Von vielen Spielern als einer der besten Bosskämpfe bisher betitelt, wird Ragnaros aber nicht noch einmal auftauchen können – seine Flamme ist erloschen.

Naxxramas

Wenn wir schon bei Raidbossen aus Classic WoW sind, nehmen wir doch direkt einen kompletten Raid. Wrath of the Lich King brachte uns als Einstiegsraid Naxxramas. Die fliegende Nekropole machte sich aus den Pestländern auf nach Drachenöde, gleiche Bosse, gleiche Mechaniken, ziemlich einfach. Viele Spieler waren zurecht enttäuscht, zumal Classic-Naxx zu den härtesten Raids aller Zeiten zählt.

Naxxramas

Zul’Aman und Zul’Gurub

Blizzard kann Raid-Recycling aber auch anders. Die Trollraids ZA und ZG wurden im ersten Content-Patch der Cataclysm-Erweiterung kurzerhand in 5-Spieler Dungeons verwandelt – und waren unglaublich beliebt. Die Instanzen waren einigermaßen schwer und machten jede Menge Spaß. Und wer wollte konnte sich sogar das ultrahässliche Troll-Transmog-Set farmen. Good Times!

Weitere Cataclysm-Dungeons

Der Kataklysmus hat generell viel in Azeroth durcheinander gebracht. Zonen wurden überarbeitet, neue Quests hinzugefügt, Dungeons erhielten ein Facelift etc. Einige Dungeons durften sogar ins Endgame wandern. Die Todesminen und Burg Schattenfang erhielten eine heroische Version, mit aktualisierter Story und allem drum und dran.

Ich schmeiß hier einfach noch kurz Scholomance, Scharlachrotes Kloster und die Scharlachroten Hallen mit rein, die zwar erst in Mists of Pandaria ihre heroische Version erhielten, aber das Prinzip ist ja das Gleiche.

Fazit

Blizzard hat einiges an altem Content neu verwertet, was nicht immer schlecht ist. Klar, Naxxramas war ziemlich langweilig, doch betrachtet man die geringe Zahl an Spielern die Classic-Naxx tatsächlich von innen gesehen haben, und die Menge an Arbeit die in einen so riesigen Raid gesteckt wurde, ist es absolut verständlich. Das größte Problem hier war auch nicht das „Recycling“, sondern der unterirdische Schwierigkeitsgrad. Onyxia wurde im Rahmen des 5. Geburtstags eingeführt und hatte nie den Anspruch neuer Content zu sein. Es war einfach ein kleines Geschenk der Entwickler an die Community.

Mit den Dungeons haben diese in meinen Augen auch alles richtig gemacht. Die Todesminen waren genau so nervig wie damals und die Trolldungeons gehören noch immer zu meinen Favoriten. Karazhan wird diese Tradition sicher fortsetzen, und uns eine gute 5-Spieler-Erfahrung gewähren.

Karazhan

Ein Punkt, den ich oben ausgelassen habe, wäre vielleicht noch das Timewalking-Feature. Die einfachste Methode alten Content neu zu verwerten, ganz klar. Aber wie viel Spaß machen diese Dungeons denn, gerade in einer Zeit in der selbst mythische Instanzen keinerlei Anspruch stellen – und das allgemeine Design der 5er niemanden vom Hocker haut?

Würde Blizzard uns heute noch einmal einen kompletten Raid einer vergangenen Erweiterung hinwerfen, wäre die Entrüstung groß – und verständlich so. Doch einzelne Elemente einer Erweiterung neu verwenden? Spricht in meine Augen wirklich nichts dagegen.

 

Tags

You may also like...

0 thoughts on “Patch 7.1: Karazhan – wenn alter Content recycelt wird”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.